Exchange Traded Funds, kurz ETFs, haben in den letzten zehn Jahren die Art revolutioniert, wie Menschen weltweit investieren. In Deutschland hat das Volumen in ETF-Sparplänen in den letzten fünf Jahren um über 300 Prozent zugenommen — und das aus gutem Grund. ETFs bieten eine Kombination aus niedrigen Kosten, hoher Transparenz und breiter Diversifikation, die mit keiner anderen Anlageform erreichbar ist. Für Einsteiger sind sie der mit Abstand beste Weg, um an den Kapitalmärkten teilzuhaben.
Was ist ein ETF?
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der einen bestimmten Aktienindex passiv abbildet. Anstatt einen teuren Fondsmanager zu bezahlen, der versucht, den Markt zu schlagen, kauft der ETF automatisch alle im Index enthaltenen Aktien in ihrem jeweiligen Gewichtungsverhältnis. Wenn Sie einen MSCI-World-ETF kaufen, gehören Ihnen — in winzigen Anteilen — über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern auf einmal.
Warum sind ETFs so kostengünstig?
Der größte Kostentreiber bei herkömmlichen Aktienfonds ist das Management. Aktive Fonds erheben häufig Ausgabeaufschläge von 3 bis 5 Prozent, jährliche Verwaltungsgebühren von 1,5 bis 2 Prozent und manchmal zusätzliche Performance-Gebühren. Ein ETF auf den MSCI World erhebt typischerweise nur eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,12 bis 0,20 Prozent pro Jahr. Bei einer Anlage von 10.000 Euro über 30 Jahre bedeutet das einen Kostenunterschied von mehr als 50.000 Euro — nur durch die Wahl des richtigen Produkts.
Die wichtigsten Indizes für Einsteiger
MSCI World: Der Klassiker. Er umfasst mehr als 1.500 Large- und Mid-Cap-Aktien aus 23 Industriestaaten — darunter die USA, Japan, Großbritannien, Deutschland und viele weitere. Mit einem einzigen ETF erhalten Sie Zugang zum Großteil der globalen Marktkapitalisierung. Die historische Durchschnittsrendite liegt bei etwa 8 Prozent pro Jahr.
MSCI Emerging Markets: Für Anleger, die über die Industrieländer hinausgehen wollen. Schwellenländer wie Indien, Brasilien, Südafrika und China bieten höhere Wachstumspotenziale bei höherem Risiko. Eine Allokation von 10 bis 20 Prozent im Depot kann die langfristige Rendite steigern.
S&P 500: Der US-Leitindex, der die 500 größten US-Unternehmen abbildet. Er macht allein etwa 60 Prozent des MSCI World aus und hat historisch besonders von der Dominanz amerikanischer Technologiekonzerne profitiert. Ein thesaurierender S&P-500-ETF ist für viele Anleger die erste Anlage überhaupt.
Thesaurierend vs. ausschüttend
Bei der Wahl eines ETFs sollten Sie entscheiden, ob Sie thesaurierende oder ausschüttende Varianten bevorzugen. Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden und Zinserträge automatisch — der Zinseszinneffekt arbeitet für Sie, ohne dass Sie etwas tun müssen. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf Ihr Verrechnungskonto aus. Für die langfristige Altersvorsorge in einem Aktien-ETF sind thesaurierende Varianten fast immer die bessere Wahl.
Wie startet man mit ETF-Sparplänen?
Ein ETF-Sparplan ist der einfachste Weg, regelmäßig zu investieren. Bei den meisten Online-Banken können Sie bereits ab 25 Euro monatlich in einen ETF sparen. Wählen Sie eine pauschale Summe, die Sie monatlich investieren können — und lassen Sie sie laufen, unabhängig von Marktschwankungen. Die meisten Broker bieten mittlerweile eine große Auswahl an sparplanfähigen ETFs ohne Ordergebühren an. Kostenlose Sparpläne auf den MSCI World sind bei Anbietern wie Scalable Capital, JustETF oder comdirect Standard.
Risiken und was Sie wissen müssen
ETFs sind nicht risikofrei — sie bilden Aktienindizes ab, und Aktien können kurzfristig stark schwanken. Im Jahr 2008 verlor der MSCI World in der Finanzkrise über 40 Prozent an Wert. Im Jahr 2020 stürzten die Kurse innerhalb weniger Wochen um über 30 Prozent. Für Anleger mit einem Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren sind solche Crashs jedoch Chancen: Sie kaufen in diesen Phasen automatisch mehr Anteile zum niedrigeren Preis. Das Wichtigste: Investieren Sie nur Geld, das Sie in den nächsten fünf Jahren nicht benötigen.
